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... und plötzlich standen wir im Schwarzwald.

Aktualisiert: Sept 2


Wohin diesmal? Auf Empfehlung mehrerer Straßburg-Begeisterten sind wir somit dorthin.

Mit zunehmendem französischem Boden, viel unser Blick auf den immer hässlicher werdenden Vorort. Hat es sich nun wirklich gelohnt, diese Reise anzustreben?

Auf Empfehlung einer ausgiebigen Google-Suche, parkten wir das Auto in einer super günstigen Tiefgarage. Als wir unsere Bewegung zu Fuß weiter fortführten, entdeckten wir das kleine und dennoch super süße Straßburg. Unser Ziel war die Altstadt. Sofort änderte sich unsere Sichtweise vom hässlichen Vorort zum gemütlichen Dorf.

So empfand ich zumindest Straßburg und halte es somit auch in meiner Erinnerung. Wir schlenderten durch die ulkig kleinen Dorfläden, spazierten in ruhiger Lage an der Gracht vorbei und fühlten uns in der Zeit zurückversetzt.



Wir fuhren einen Campingplatz an, den uns Google ebenfalls empfahl. Wir standen gegenüber eines älteren Ehepaares, dessen Mann komisch blickend zu uns rüber schaute, nachdem er bemerkte, dass wir weder einen Camper, noch ein Zelt dabei hatten. Lediglich unser Auto, dass wir zu unserem nächtlichen Schlafplatz umfunktionierten.

Der ältere Herr schnappte sich seinen Stuhl, seine Flasche Bier und schaute uns bis in den späten Abend entspannt zu. Wir überlegten kurz, ob wir ihm zum Essen einluden. Wurden dann jedoch von der Kälte dazu gezwungen, schnell in's Auto zu gehen und es uns dort gemütlich zu machen.


Als wir am nächsten Tag aufwachten, genießten wir erst einmal in vollen Zügen die neu gebauten Sanitäranlagen auf dem Campingplatz. Das Duschen war schließlich im Preis mit inbegriffen. Als ich zurück zum Auto ging, kam mir der ältere Herr vom Vorabend entgegen und blieb bei uns stehen. Freundlich sprach er uns an und schwelgte in seinen alten Erinnerungen. Als er in unserem Alter war, fuhr er für drei Wochen mit seinem kleinen Golf und seinem Zelt in den Süden. ebenfalls nächtigte er dort, wo es ihm gefiel. Uns zu beobachten, so berichtete er, ließ ihn in seine jungen, wilden und verrückten Zeiten zurück schweifen.



Hach, ich liebe es, Menschen kennen zu lernen, sich mit ihnen zu unterhalten und mir ihre lustigen, traurigen, wilden und wunderbaren Geschichten des Lebens anzuhören

Unsere Fahrt ging weiter. Ohne Ziel. Einfach drauf los. ,,Mögt ihr Natur? Dann müsst ihr unbedingt dorthin." Dort sind wir auch irgendwann gelandet. Ich schaute wie ein kleines Mädchen aus dem Fenster. Beeindruckt von der Landschaft, der Natur.

Wir fuhren durch unzählige kleine Dörfer, ich dachte drüber nach, wie die Menschen dort sind.


Wie sie leben, was ihnen wichtig ist, wie sie Schützenfest feiern. (ich hasse Schützenfeste), dachte mir jedoch, zu einem solch altmodischen Dorf, gehören sie definitiv dazu. Jedes Mal, wenn ich durch solche Dörfer fahre, fühle ich mich in der Zeit um einige Jahre zurückversetzt. Eine tolle Zeit, in der Social Media, Handykonsum, Fastfood und moderner Lifestyle keinen Platz hatte.


Schließlich landeten wir in den Weinbergen. Stiegen aus und genießten die Landschaft. Die Aussicht, bis unser Blick auf ein weit entferntes, direkt gegenüberliegendes Weingut stehen blieb. Diesmal Googles Schwester „Maps“ gefragt und schon wussten wir den Weg dorthin.

Schwarzwald. Der Alltag lässt einen manchmal vergessen, wie schön und ruhig die Natur sein kann. Durch diesen magischen Ort war ich weit entfernt von all dem, was zu Hause passierte, was mit der Arbeit war, oder wer sich die neuesten Schuhe leisten konnte. Ich konnte genießen und zur Ruhe kommen.


Wir durchquerten immer weiter den Black Forest, begegneten kaum Menschen. Wir waren einfach für uns. Einen erneuten Schlafplatz für die kommende Nacht hatten wir bis dato immer noch nicht. Allerdings sind wir da auch sehr flexibel. (na klar, wildcampen ist im strengen Deutschland verboten).

Daran wollten wir uns auf keinen Fall halten. Fanden es dennoch wichtig, dass wir in zumindest etwas näherer Zivilisation einen geeigneten Parkplatz finden. Parkplatz eines Freibades. Super Idee. Was Besseres fanden wir um die späte Uhrzeit und der Dämmerung nicht mehr.

Es gibt viele Orte, die mich beeindrucken. Orte, an die ich lange nachdem ich sie besucht habe, denken muss. Orte die mich verzaubern, so dass ich sie ein zweites, drittes Mal sehen muss. Orte, die mir sagen, war schön, muss aber "nicht noch mal sein". Der Schwarzwald war ein Ort, an den ich zurück zu Hause noch viel denken musste.

Hauptsächlich bin ich selbst ein Stadtmensch. Brauche Trubel und mache selbst welchen. Dennoch ist es manchmal nötig, dass man sich eine Auszeit nimmt, um tief durchzuatmen und zur Ruhe zu kommen.


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